Die 4 Phasen
der Trennung: vom
Schock zum Aufbruch

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Es ist nicht leicht, das Ende einer Beziehung zu überwinden. Egal, wie lange eine Beziehung gedauert hat: Wenn eine gemeinsame Geschichte endet, verschwindet der Trennungsschmerz nicht einfach von heute auf morgen. Zunächst einmal müssen Sie den Schock der Trennung verkraften, der zunächst vollkommen unüberwindbar scheint. Dies ist jedoch nur der erste Schritt in Richtung Neuanfang. Entdecken Sie in diesem Artikel die vier verschiedenen Trennungsphasen und Dinge, die Sie in jeder Phase tun können, damit es Ihnen schon bald wieder besser geht.

Auf einen Blick

  • In der Anfangsphase der Trennung ist es wichtig, sich nicht zu isolieren und Trost bei Menschen zu suchen, die Ihnen nahestehen.
  • Bei einer Trennung gibt es vier Phasen: Schock, Wut/Trauer, Reflexion/Neuorientierung und Neuanfang.

Warum sind Trennungen so schwer zu verarbeiten?

Ob es sich um eine Scheidung oder eine Trennung handelt: Jedes Beziehungsende  verursacht Schmerz und Orientierungsverlust. Trennungen sind, nach dem Tod eines geliebten Menschen, eines der emotional schwierigsten Ereignisse, die ein Mensch im Leben zu bewältigen hat. Die Trennung ist ein Schock, der mit körperlichem Schmerz gleichgesetzt werden kann.

Trennungsschmerz ist vergleichbar mit körperlichem Schmerz

Laut einer Studie der University of California über Trennungen kann der Trennungsschmerz sogar mit körperlichen Schmerzen gleichgesetzt werden. Eine Trennung kann zu Depressionen und körperlichen Problemen führen. Die kalifornischen Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass die bei einer Trennung aktivierten Hirnregionen dieselben sind, die auch bei einer körperlichen Verletzung reagieren. 

Ein Forschungsteam an der Johns Hopkins University School of Medicine hat ausserdem das sogenannte "Syndrom des gebrochenen Herzens" (Broken Heart Syndrome) entdeckt: Sie fanden heraus, dass Liebeskummer und Trennungsschmerz direkte Verursacher von Herzschmerzen und Atemproblemen sein können. 

Erhöhter Stress und Motivationsverlust

Eine Trennung führt zu einer Panikreaktion und damit zu einem Anstieg des Stressniveaus. Dies wiederum kann zur Schwächung des Immunsystems und damit zu einem erleichterten Ausbruch von Krankheiten führen. Ausserdem kann sich durch den erhöhten Stress der Hormonspiegel verändern, was das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigt. Dies liegt daran, dass der Serotoninspiegel,  unser "Glückshormon"-Haushalt, erheblich absinkt. Gleichzeitig steigen stressbedingte Hormone wie Adrenalin an, was zu Aggressionen und Reizbarkeit führt.

Die Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die die Studie durchführten, fanden auch heraus, dass die betroffenen Personen mehrere Wochen nach der Trennung eine geringere Aktivität in den Gehirnregionen zeigten, die für Emotionen, Motivation und Konzentration zuständig sind. Dies kann eine allgemeine Abnahme der Motivation und ein anhaltendes Gefühl der Depression erklären. 

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Was sind die vier Phasen der Trennung?

Alle Menschen durchlaufen während einer Trennung mehr oder weniger die gleichen Phasen. Die Dauer und Intensität dieser Phasen kann von Person zu Person unterschiedlich sein. 

Erste Phase der Trennung: Schock

Egal, wie gut man sich auf ein Ereignis vorbereitet hat, wenn es Realität wird, kann es dennoch überwältigend sein. Viele Paare sind sich ihrer Probleme bewusst, erkennen, dass es nicht gut läuft und dass es ständig Streit gibt. Vielleicht denkt einer der Partner sogar ab und zu über eine Trennung nach oder das Paar hat sich bereits kurzzeitig getrennt. Wenn die Trennung jedoch endgültig beschlossen wird, kann dies dennoch für beide Partner nur schwer greifbar sein.

Der Schock ist deshalb so gross, weil eine Trennung vom Partner oder der Partnerin gleichzeitig auch die Aufgabe gemeinsamer Rituale, den möglichen Verlust des gemeinsamen Freundeskreises und das Ende der gemeinsamen Träume und Pläne bedeutet. Deshalb ist es nur natürlich, dass man sich als erste Reaktion weigert, diese neue Realität zu akzeptieren und von der Hoffnung überwältigt wird, einfach möglichst schnell wieder zusammenzukommen.

Was kann ich tun, um den Schock zu überwinden?

Die Hoffnung wieder zusammenzukommen, ob sie nun begründet ist oder nicht, ist ein einfaches Hilfsmittel, das Sie brauchen, um den ersten Schock der Trennung zu überwinden. Es ist ganz natürlich, diese Gefühle und Gedanken zu haben, auch wenn die Menschen um Sie herum versuchen, sie Ihnen auszureden. Diese Hoffnung kann Ihnen tatsächlich sogar aktiv dabei helfen, den Schmerz der ersten Trennungsphase auszuhalten und schliesslich zu überwinden.

In der ersten Schockphase einer Trennung ist es wichtig, sich seinem Umfeld zu öffnen und Trost bei Familie und Freunden zu finden. Unabhängig davon, ob Sie in der Lage sind, über Ihre Gefühle zu sprechen oder nicht, ist es wichtig, dass Sie von Menschen umgeben sind, die Ihnen zuhören und sich um Sie kümmern, damit Sie Zeit haben, sich zu erholen.

Zweite Phase der Trennung: Wut und Traurigkeit

Nach einer mehr oder weniger langen Zeit endet die erste Phase des Schocks und macht einer zweiten Phase Platz, in der die Betroffenen die Realität der Trennung akzeptieren. Es geht nicht mehr darum, die eigene Situation zu leugnen oder sich in die Hoffnung auf eine Versöhnung zu flüchten. Die Liebesbeziehung ist nun beendet und es beginnt die Zeit der Trauer.

Die Hoffnung auf ein gemeinsames Leben hat sich zerschlagen, was ganz natürlich zu Gefühlen von Wut und Traurigkeit führt. Bei vielen Menschen rufen Trennungen eine Angst aus der Kindheit vor dem Verlassenwerden wieder hervor, was wiederum eine grosse Traurigkeit verursacht. In dieser Phase können ausserdem alte Wunden, die während der Beziehung entstanden sind, wieder an die Oberfläche treiben, was zu Wut führt. Eine Wut, die sich sowohl auf die eigene Person ("Wie konnte ich das nur all die Jahre akzeptieren?") als auch auf den Ex-Partner oder die Ex-Partnerin ("Wie konnte er/sie mir das antun?") richten kann. In dieser zweiten Phase der Trennung sind Wut und Traurigkeit in der Regel untrennbar miteinander verbunden.

Was kann ich tun, um Wut und Traurigkeit zu überwinden?

Zunächst ist es wichtig, die Fortschritte anzuerkennen, die Sie gemacht haben, denn Sie haben jetzt ein Stadium erreicht, in dem Sie die Trennung als Realität akzeptieren und nicht mehr versuchen, sie mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen zu verdrängen. Sie haben bereits einen grossen Schritt in Richtung Neuanfang getan. 

Suchen Sie weiterhin Unterstützung in Ihrem Umfeld und erlauben Sie Ihrem Ärger und Ihrer Traurigkeit, sich auf gesunde Weise zu äussern. Weinen und schreien Sie, wenn Sie müssen. Setzen Sie Ihre Energie durch Sport frei. Eine gute Möglichkeit, Gefühle loszuwerden, ist auch, sie zu Papier zu bringen. Wenn Sie traurig sind, schreiben Sie auf, wie Sie sich fühlen und was Sie denken, damit Sie die negativen Gefühle loswerden können.

Dritte Phase der Trennung: Reflexion und Neuorientierung

Mit der Zeit können Wut und Traurigkeit immer noch vorhanden sein, doch kommen und gehen diese Gefühle in immer grösseren Abständen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Sie sich jetzt auf dem Weg der Besserung befinden und in der dritten Stufe der Trennung sind.

Jetzt, wo Sie sich beruhigt haben, ist es an der Zeit, sich zu fragen, warum die Beziehung gescheitert ist, was Sie daraus lernen können und was Sie jetzt für sich selbst wollen. Es ist eine Zeit der Selbstreflexion und Neuorientierung, die Ihnen helfen wird, an den Fehlern der Vergangenheit zu wachsen. Gleichzeitig beginnen Sie allmählich, wieder Freude zu empfinden und das Leben zu geniessen.

Was kann ich in der Neuorientierungsphase tun?

Wenn Sie beginnen, die Kontrolle über Ihre Emotionen wiederzuerlangen und die schwierigsten Momente der Trennung hinter sich zu lassen, ist es wichtig, dass Sie proaktiv an Ihrer Heilung arbeiten. Lernen Sie neue Leute kennen, beginnen Sie neue Hobbys. Erneuern Sie Ihre Garderobe oder legen Sie sich eine neue Frisur zu, um Ihren neuen Lebensstil offiziell zu beginnen!

Vierte Stufe der Trennung: Neuanfang

Wie lange es auch immer dauern mag, ist dennoch sicher, dass Sie irgendwann die vierte und letzte Stufe der Trennung, den Neuanfang, erreichen werden. Sie haben Ihre Beziehung nun hinter sich gelassen und sind bereit für den Aufbruch. 

Der Trennungsschmerz ist vorbei und Sie können nun ein neues Leben beginnen. Sie wissen besser als zuvor, wer Sie sind und was Sie vom Leben und von Beziehungen wollen. Nutzen Sie die Erfahrungen der Vergangenheit, um diesen Neuanfang zu einem Erfolg zu machen. 

 

 

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FAQ: Die vier Phasen der Trennung

Kann eine Trennung oder Scheidung körperliche Probleme verursachen?

Mehrere Studien haben gezeigt, dass der Trennungsschmerz mit körperlichem Schmerz gleichgesetzt werden kann, da in beiden Fällen dieselben Hirnregionen aktiviert werden. Darüber hinaus führt eine Trennung zu Veränderungen im Hormonhaushalt und zu einem Anstieg des Stressniveaus, was wiederum zu Herz- und Atemproblemen führen kann.

Was ist das Broken Heart Syndrome?

Nach Angaben von Forschern der Johns Hopkins University School of Medicine kann eine plötzliche Beziehungsbeendigung zu einem Anstieg des Stresses und bestimmter Hormone führen, die das Herz an seiner normalen Arbeit hindern. Dies kann zu Herzproblemen führen. Man nennt dies das Broken Heart Syndrome (Syndrom des gebrochenen Herzens).

Was sind die vier Phasen einer Trennung?

Die erste Phase der Trennung ist ein Schock, und es fällt schwer, die Trennung zu akzeptieren. Die zweite Phase ist die des Zorns und der Traurigkeit, die allmählich zur dritten Phase, der Selbstreflexion und Neuorientierung, führt. Sobald diese Phase abgeschlossen ist, folgt die vierte Phase, der Neuanfang.

Warum sind Trennungen so schwer zu verarbeiten?

Niemand ist jemals wirklich auf eine Trennung vorbereitet, egal, ob es Probleme und Konflikte in der Partnerschaft gibt oder nicht. Der Schock einer Trennung ist darauf zurückzuführen, dass die Trennung zum Verlust von Bezugspunkten, täglichen Ritualen, gemeinsamen Freunden und Träumen des Paares führt. Der Schock gilt als erste Phase im Trennungsprozess.

Was ist das Erste, was man tun sollte, um sich nach einer Trennung wieder besser zu fühlen?

Unabhängig davon, ob Sie sich in der allerersten Phase der Trennung befinden oder ob Sie die Trennung bereits akzeptiert haben und sich in der Phase der Trauer und Wut befinden, ist es wichtig, dass Sie sich Ihren Angehörigen anvertrauen. Suchen Sie Trost und Unterstützung bei Freunden und Familie. Isolieren Sie sich nicht und lassen Sie sich von Menschen verwöhnen, die Sie lieben.

Was tun bei Wut und Traurigkeit nach einer Trennung?

Die zweite Phase einer Trennung ist eine Mischung aus Wut und Traurigkeit. Es ist gesund, seiner Wut freien Lauf zu lassen, wenn nötig auch durch Weinen und Schreien. Sie können Ihre Gedanken auch aufschreiben, um sich von negativen Gefühlen zu befreien. Und nicht zuletzt ist auch Sport ein hervorragendes Mittel, um mit Wut umzugehen.

Woran erkenne ich die Reflexions- und Neuorientierungsphase?

Die Verarbeitung ist die dritte Phase der Trennung. Während dieser Zeit ist es normal, dass Sie noch immer Traurigkeit und Wut empfinden. Aber diese Gefühle kommen nun in Wellen, immer seltener und Sie sind bereit, sich mit den Ursachen der Trennung auseinander zu setzen.

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