Wer bekommt bei einer Scheidung in der Schweiz das Haus und wie viel Unterhalt steht Ihnen zu?
Bei einer Scheidung in der Schweiz bleibt das Haus im Eigentum der Person, die im Grundbuch steht. Im ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung wird jedoch der während der Ehe erwirtschaftete Wertzuwachs hälftig geteilt. Nachehelicher Unterhalt wird nur gesprochen, wenn ein Ehegatte seinen gebührenden Unterhalt nicht selbst decken kann. Die Höhe hängt von Einkommen, Betreuungspflichten und Ehedauer ab.
Wie läuft eine Scheidung in der Schweiz 2026 ab?
Eine Scheidung erfolgt in der Schweiz entweder auf gemeinsames Begehren oder auf Klage eines Ehegatten. Der einvernehmliche Weg ist schneller, günstiger und weniger belastend.
Wollen sich beide scheiden lassen, reichen sie beim Bezirksgericht ein gemeinsames Begehren mit einer Scheidungskonvention ein. Diese Vereinbarung regelt Güterrecht, Vorsorge, Wohnung und allenfalls Kinderbelange.
Ist nur ein Ehegatte scheidungswillig, wird es komplizierter. Hauptklagegrund ist die Scheidung nach zweijährigem Getrenntleben (Art. 114 ZGB). Es genügt, dass die Trennung im Zeitpunkt der Klageeinleitung tatsächlich zwei Jahre gedauert hat. Bei diesen Weichenstellungen vermittelt GetYourLawyer auf Familienrecht spezialisierte Anwältinnen und Anwälte, die das passende Verfahren einschätzen.
Wer bekommt das Haus bei einer Scheidung?
Das Eigentum am Haus wechselt durch die Scheidung nicht automatisch. Entscheidend ist zunächst, wer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist.
Die Errungenschaftsbeteiligung ist der ordentliche Güterstand in der Schweiz und regelt die Vermögensverhältnisse zwischen Ehepartnern während und nach der Ehe. Sie kommt zur Anwendung, wenn kein Ehevertrag abgeschlossen wurde. In diesem Güterstand bleibt jeder Eigentümer des eigenen Vermögens, geteilt wird die während der Ehe gebildete Errungenschaft.
Bei einem gemeinsam finanzierten Haus stehen mehrere Lösungen offen:
- Übernahme durch einen Ehegatten gegen Auszahlung
- Verkauf mit Aufteilung des Erlöses
- befristetes Wohnrecht
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Wie viel Unterhalt steht mir nach der Trennung zu?
Nachehelicher Unterhalt ist kein Automatismus. Er wird nur gesprochen, wenn ein Ehegatte seinen gebührenden Lebensbedarf nach der Scheidung nicht aus eigener Kraft decken kann.
Das Bundesgericht hat die Praxis 2021 verschärft. Das Bundesgericht hält in seinem neusten Urteil fest, dass die Geburt von Kindern während der Ehe an sich nicht mehr ausreicht, um eine lebensprägende Ehe zu bejahen. Damit wird stärker erwartet, dass beide Ehegatten nach der Trennung für sich selbst aufkommen.
Massgebend sind Einkommen, Vermögen, Betreuung der Kinder, Alter und Gesundheit sowie die Dauer der Ehe. Der Kindesunterhalt hat dabei Vorrang vor dem Ehegattenunterhalt. Eine Anwältin von GetYourLawyer rechnet Ihre konkrete Situation durch und beziffert einen realistischen Betrag.
Was passiert mit der Pensionskasse?
Die während der Ehe angesparten Guthaben der beruflichen Vorsorge werden bei der Scheidung grundsätzlich hälftig geteilt. Dieser Vorsorgeausgleich ist im Gesetz zwingend vorgesehen.
Die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge werden bei der Scheidung ausgeglichen. Neben der Pensionskasse (2. Säule) sind auch AHV-Erziehungsgutschriften und güterrechtliche Ansprüche zu berücksichtigen.
Was kostet eine Scheidung in der Schweiz?
Die Kosten setzen sich aus Gerichtskosten und allfälligen Anwaltskosten zusammen. Einvernehmliche Scheidungen sind deutlich günstiger als strittige.
Bei einer Scheidung fallen insbesondere Gerichtskosten (1000 bis 4000 Franken je nach Kanton) und allenfalls Anwaltskosten an (ein paar Hundert bis Tausende von Franken, je nach Komplexität des Verfahrens). Die Gerichtsgebühr richtet sich nach kantonalem Recht. Im Kanton Zürich bestimmt die massgebliche Gebührenverordnung, dass die Gerichtsgebühr bei Scheidungsverfahren in der Regel 300 bis 13'000 Franken beträgt.
Die durchschnittlichen Gerichtskosten unterscheiden sich je nach Kanton spürbar:
| Kanton | Durchschnittliche Gerichtskosten |
|---|---|
| Basel-Stadt | ca. CHF 830.- |
| Appenzell-Ausserrhoden | ca. CHF 1'200.- |
| Basel-Landschaft | ca. CHF 1'700.- |
| Aargau | ca. CHF 1'800.- |
| Bern | ca. CHF 1'800.- |
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Eine Scheidung berührt Güterrecht, Vorsorge, Wohnsituation und Unterhalt gleichzeitig. Wer diese Punkte früh und mit fachlicher Begleitung ordnet, vermeidet spätere Streitigkeiten und teure Korrekturen. Weiterführende Informationen bieten ch.ch, die Gerichte des Kantons Zürich und der Beobachter.
Häufige Fragen (FAQ)
Wer bekommt bei einer Scheidung in der Schweiz das Haus?
Das Haus bleibt im Eigentum der im Grundbuch eingetragenen Person. Im Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung wird der während der Ehe gebildete Wertzuwachs jedoch hälftig geteilt. In der Praxis wird das Haus entweder von einem Ehegatten gegen Auszahlung übernommen oder verkauft und der Erlös aufgeteilt.
Wie viel Unterhalt steht mir nach der Trennung in der Schweiz zu?
Nachehelicher Unterhalt wird nur gesprochen, wenn ein Ehegatte seinen gebührenden Unterhalt nicht selbst decken kann. Seit der Bundesgerichtspraxis von 2021 genügt die Kinderbetreuung allein nicht mehr, um eine lebensprägende Ehe anzunehmen. Massgebend sind Einkommen, Betreuungspflichten, Ehedauer und Gesundheit.
Was kostet eine Scheidung in der Schweiz?
Die Gerichtskosten liegen je nach Kanton in der Regel zwischen CHF 1'000.- und CHF 4'000.-, dazu kommen allfällige Anwaltskosten. Einvernehmliche Scheidungen sind deutlich günstiger als strittige Verfahren. Über GetYourLawyer erhalten Sie bis zu drei kostenlose Offerten mit transparentem Fixpreis.
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Wann kann ich mich gegen den Willen des Ehepartners scheiden lassen?
Verweigert Ihr Ehepartner die Zustimmung, ist eine Scheidung auf Klage nach zweijährigem Getrenntleben möglich (Art. 114 ZGB). Die Trennung muss im Zeitpunkt der Klageeinleitung tatsächlich zwei Jahre gedauert haben. Eine spezialisierte Anwältin prüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
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