Grundlagen
Rechtsanwalt Arbeitsrecht

Meine Überstunden werden nicht bezahlt, was nun?

Wer mehr arbeitet als vertraglich vereinbart, möchte für seine Leistung auch entlohnt werden. Nicht immer spielt da der Arbeitgeber mit: Viele Chefs verweigern die Bezahlung. Zu Recht? Die Gesetzeslage ist eindeutig, für den Laien aber nur schwer zu durchschauen. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht verrät Ihnen, worauf es ankommt und was Sie tun können.

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht: Qualifizierte Beratung und Betreuung

Überstunden führen häufig zum Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sie werfen viele Fragen auf: Was darf Ihr Chef von Ihnen verlangen? Wie werden Überstunden kompensiert? Sind die Klauseln in Ihrem Arbeitsvertrag durchsetzbar? Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht klärt die Sach- und Rechtslage für Sie. Er prüft die Umstände Ihres individuellen Falls und bietet Ihnen einen kompetenten juristischen Rat.

Selbstverständlich unterstützt der Experte Sie auch bei Ihrer Forderung nach einem Ausgleich. Er weiss genau, an welche Voraussetzungen die Durchsetzung Ihrer Ansprüche geknüpft ist, und zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Erfolgsaussichten erhöhen. In der Praxis scheitern viele Arbeitnehmer mit ihrem Begehren – oft einfach nur, weil sie schlecht vorbereitet waren. Vermeiden Sie es, den gleichen Fehler zu machen.

Die rechtlichen Grundlagen im Überblick

Als Arbeitnehmer sind Sie in der Schweiz grundsätzlich nur dazu verpflichtet, das vertraglich vereinbarte Arbeitspensum zu leisten. Es kann jedoch vorkommen, dass Sie ausnahmsweise mehr arbeiten müssen. Diese Stunden sind gesondert zu bezahlen – aber nicht in jedem Fall.

Was sind Überstunden?

Als Überstunden gelten die Stunden, die Sie über die vertraglich fixierte Arbeitszeit hinaus leisten. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie leicht mit der sogenannten Überzeit verwechselt. Hierbei handelt es sich allerdings um Stunden, die über die wöchentlichen Höchstarbeitszeiten hinausgehen. Die Unterscheidung zwischen Überstunden und Überzeit ist wichtig: Vom gesetzlichen Standard abweichende Regelungen sind nämlich nur bei Überstunden möglich.

Welche gesetzliche Höchstarbeitszeit für Sie gilt, hängt von Ihrem Beruf ab. Sind Sie in einem industriellen Betrieb oder in einem Büro angestellt, dürfen Sie bis zu 45 Stunden pro Woche arbeiten. Gleiches gilt für technische und andere Angestellte sowie das Verkaufspersonal in Grossbetrieben des Detailhandels. Für alle anderen Branchen beträgt die Höchstarbeitszeit gemäss Artikel 9 des Arbeitsgesetzes 50 Stunden.

Ihre regulären Arbeitszeiten wiederum ergeben sich aus Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag. Auch in Teilzeit sind Überstunden möglich. Die entsprechenden Regelungen gelten dann analog. In diesem Fall sind Überstunden also die Stunden, die die im Vertrag vereinbarte Teilarbeitszeit überschreiten.

Wann sind Überstunden Pflicht?

Ob Ihr Arbeitgeber Überstunden von Ihnen verlangen kann, hängt von Ihrem Arbeitsvertrag ab – ebenso wie die Frage, ob diese dann bezahlt werden müssen. Auch Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge können entsprechende Klauseln enthalten. Fehlen diese, richtet sich die Behandlung der Überstunden nach Artikel 321c des Obligationenrechts. Zwei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle: die Notwendigkeit und die Zumutbarkeit.

1. Notwendigkeit: Manchmal reicht die reguläre Arbeitszeit nicht aus, um die anfallende Arbeit zu erledigen. Machen es organisatorische oder wirtschaftliche Gründe erforderlich, dürfen Arbeitgeber daher Überstunden anordnen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn andere Mitarbeiter ausfallen, die Arbeit sehr dringend oder der Arbeitsaufwand ausserordentlich gross ist. Nicht notwendig ist Mehrarbeit, die durch eine bessere Organisation oder andere Massnahmen zu vermeiden gewesen wäre.

2. Zumutbarkeit: Die angeordneten Überstunden sind nur dann zulässig, wenn sie Ihnen als Arbeitnehmer auch zuzumuten sind. Ob das der Fall ist, muss jeweils sorgfältig überprüft werden. Im Rahmen der Beurteilung geht es nicht nur um Kriterien wie Zahl und Zeitpunkt der Überstunden. Auch auf persönliche Faktoren wie Ihre familiäre Situation, Ihre Gesundheit und Ihre individuelle Leistungsfähigkeit kommt es an.

Müssen Überstunden bezahlt werden?

Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, Arbeitnehmer für geleistete Überstunden zu entschädigen. Das geht aus Artikel 321c Abs. 3 OR hervor. Die Entschädigung umfasst demnach nicht nur den normalen Lohn, sondern auch einen Aufschlag in Höhe von 25 Prozent. Alternativ ist eine Kompensation durch Freizeit in gleicher Dauer möglich. Das setzt allerdings eine Einigung der beiden Parteien voraus.

Die gesetzliche Ausgleichspflicht ist an eine Voraussetzung geknüpft: Sie besteht nur dann, wenn Ihr Arbeitgeber die Überstunden ausdrücklich angeordnet oder zumindest stillschweigend akzeptiert hat. Um einen Anspruch geltend machen zu können, dürfen Entschädigung und Kompensation nicht ausgeschlossen worden sein. Das wäre im Rahmen der Vertragsfreiheit durchaus möglich – und würde zum Scheitern Ihres Begehrens führen.

Die Erfolgsaussichten hängen von Ihrer Vorarbeit ab

Weigert sich Ihr Arbeitgeber, Sie für die geleisteten Überstunden zu entschädigen, ist der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht eine wertvolle Hilfe. Der Spezialist kennt den rechtlichen Rahmen und ist mit den juristischen Fallstricken vertraut. Er prüft Ihre Vertragsklauseln und kontrolliert, ob die für einen Anspruch erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Sach- und Rechtslage hat der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht damit schnell erkannt.

Haben Sie einen Anspruch auf Entschädigung oder Kompensation, setzt sich der erfahrene Jurist für Ihre Rechte ein – notfalls auch vor Gericht. Ob er Erfolg hat, hängt nicht nur von seinen fachlichen und praktischen Fähigkeiten ab. Entscheidend ist auch, wie gut Sie im Vorfeld gearbeitet haben. Da Sie es sind, der die Entlohnung fordert, tragen Sie zunächst auch die Beweislast.

Pauschale Behauptungen reichen hier nicht aus: Sie müssen Ihre Überstunden detailliert beschreiben. Gelingt Ihnen die Darstellung, hat Ihr Arbeitgeber die Möglichkeit, Ihre Ausführungen zu bestreiten. Beide Vorträge sind mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Es kann sich daher trotz verhärteter Fronten lohnen, erst einmal mit dem Chef zu verhandeln. Ein Vergleich spart Ihnen sowohl Nerven als auch Zeit. 

Diese Unterlagen benötigt Ihr Rechtsanwalt für Arbeitsrecht

Vor Gericht lässt sich ein Anspruch auf Entschädigung nur durchsetzen, wenn Sie ihn mit entsprechenden Be- und Nachweisen untermauern. Stützen Sie Ihre Rechte lediglich auf einen Lohnzettel, sind die Erfolgsaussichten verschwindend gering – selbst dann, wenn die Zahl der Überstunden dort dokumentiert ist. Sie müssen plausibel erklären, an welchen Tagen welche Mehrarbeit erforderlich war. Rückwirkend ist das allerdings kaum möglich.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die geleisteten Überstunden von Anfang an festzuhalten. Ein ausführliches Zeitjournal erleichtert Ihnen die Beweisführung und kann den Ausgang eines Verfahrens entscheiden. Tragen Sie hier alle wichtigen Informationen zusammen:

  • Datum, Beginn und Dauer der geleisteten Überstunden
  • die genauen Tätigkeiten, die Sie jeweils ausgeübt haben
  • Ihren Arbeits- oder Einsatzort
  • Personen, die Sie gesehen oder mit denen Sie gearbeitet haben

Idealerweise notieren Sie auch gleich, weshalb die erforderliche Arbeit nicht innerhalb der regulären Arbeitszeit geleistet werden konnte. Wurden die Überstunden ausdrücklich angeordnet, schreiben Sie auf, wann und durch wen genau diese Anweisung erfolgte. Hilfreich ist es auch, das Zeitjournal regelmässig von Ihrem Vorgesetzten gegenzeichnen zu lassen. So können Sie eindeutig beweisen, dass Ihr Chef von Ihren Überstunden wusste.

Sie haben bereits Überstunden gemacht, deren Bezahlung Sie einfordern möchten? Umfassende Aufzeichnungen fehlen? In diesem Fall empfiehlt sich nicht nur ein erfahrener Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, sondern auch die Suche nach Zeugen. Unterstützen Dritte Ihre Aussagen, kann ein Richter den Umfang der Mehrarbeit im Streitfall schätzen. Schriftliche Anweisungen, beispielsweise in Form von gespeicherten E-Mails, erleichtern die Beweisführung ebenfalls.

Diese Streitpunkte beschäftigen den Rechtsanwalt für Arbeitsrecht häufig

Auch wenn jeder Einzelfall ein wenig anders gelagert ist, lassen sich doch einige Punkte hervorheben, die besonders oft Anlass zu Streit geben. Dabei handelt es sich um die folgenden:

Überschreitung der Höchstarbeitszeiten: Was ist die Rechtsfolge?

Überschreiten Sie Ihre vertraglich geschuldete Arbeitszeit, machen Sie Überstunden. Gehen Sie damit auch noch über die Grenzen der gesetzlich verankerten Höchstarbeitszeiten hinaus, leisten Sie Überzeit. Für die Überzeit gelten deutlich strengere Regeln als für Überstunden: Sie ist nur in Ausnahmefällen zulässig und muss vom Arbeitgeber zwingend bezahlt werden. Anders als bei Überstunden ist ein schriftlicher Verzicht nicht möglich.

Die Höhe der Entschädigung liegt auch hier bei 125 Prozent des Gehaltes – Zuschlag inklusive. Eine Kompensation durch Freizeit ist ausschliesslich möglich, wenn Sie als Arbeitnehmer dies wünschen oder mit dem Ausgleich wenigstens einverstanden sind. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht erklärt Ihnen Ihre Rechte.

Kündigung: Was passiert mit Ihren Ansprüchen?

Sie sind unzufrieden mit Ihrem Arbeitgeber? Sie spielen mit dem Gedanken, die Zusammenarbeit zu beenden? Tun Sie das – an Ihren Rechten ändert sich nichts. Sind die Voraussetzungen erfüllt, haben Sie auch jetzt die Möglichkeit, sich Ihre Überstunden auszahlen zu lassen. Eine Kompensation durch Freizeit ist ebenfalls denkbar. Entscheiden Sie sich für diese Variante, erhalten Sie zusätzliche Urlaubstage.

Ihr Arbeitsverhältnis endet dann entsprechend früher. Doch nicht immer reicht der verbleibende Zeitraum aus, alle geleisteten Überstunden auszugleichen. In diesem Fall ist Ihr Arbeitgeber dazu verpflichtet, jede weitere Überstunde mit 125 Prozent des Stundenlohns zu entschädigen. Bei der Durchsetzung Ihrer Rechte unterstützt Sie der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht.

Wie lange dürfen Sie Ihren Anspruch geltend machen?

Überstunden verfallen im Schweizer Arbeitsrecht nur, wenn im Arbeits- oder Gesamtarbeitsvertrag eine entsprechende Regelung getroffen wurde. Zu viel Zeit sollten Sie sich mit der Durchsetzung Ihrer Rechte allerdings auch nicht lassen: Der Anspruch verjährt fünf Jahre nach seiner Entstehung. Lassen Sie sich daher frühzeitig von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht beraten.

Wie kann Ihnen ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zukünftig helfen?

Es kann schwer sein, einen Anspruch durchzusetzen – auch dann, wenn Sie im Recht sind. Im Arbeitsrecht ist das besonders zu spüren: Hier macht es das Hierarchieverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber kompliziert. Viele Chefs üben Druck aus, um ihre Interessen zu verwirklichen. Angestellte fürchten die Kündigung und verzichten auf ihre Rechte. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht stärkt Ihnen den Rücken. Er erklärt, 

  • ob Sie zu Überstunden verpflichtet sind,
  • wann Sie Mehrarbeit ablehnen dürfen,
  • welche Ansprüche Sie haben und
  • wie Sie diese durchsetzen können.

Von der Erfahrung und Kompetenz des Spezialisten profitieren Sie sowohl bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber als auch vor Gericht.

Finden Sie einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, dem Sie vertrauen

Es gibt viele Wege, nach einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu suchen. Empfehlungen von Freunden und Verwandten, Recherchen im Internet, ein Blick in örtliche Suchverzeichnisse – all das kann zum Erfolg führen. Doch woher wissen Sie, dass ein Anwalt zu Ihnen und Ihrem Anliegen passt?

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