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Grundlagen
Anwalt im Erbrecht

Anwalt im Erbrecht: So regeln Sie Ihr Erbe mit dem richtigen Anwalt

Ein Anwalt im Erbrecht gestaltet die Nachfolge im Sinne des Erblassers. Denn ohne Nachlassplanung wird das Vermögen nach der gesetzlichen Erbfolge verteilt. Eine vorausschauende Nachlassplanung fusst mit einem Anwalt im Erbrecht auf einem festen Fundament. Die Wünsche des Erblassers begegnen den Fachkenntnissen, die ein kompetenter Jurist mitbringt.

Die sorgfältige Nachlassplanung in der Übersicht

Der Erblasser erstellt ein Testament, um zu bestimmen, wer erben soll. Der Anwalt steht ihm dabei beratend zur Seite. Mit Engagement und Erfahrung unterstützt er den Erblasser bei der Errichtung seines Testaments oder rät ihm zum Abschluss eines Erbvertrages. Ein letzter Wille empfiehlt sich immer dann, wenn der Erblasser bestimmte Regelungen treffen möchte, die von der gesetzlichen Erbfolge abweichen. 

Insbesondere die Regelung einer Unternehmensnachfolge oder der Übertragung von Vermögen braucht eine gute Vorbereitung. Diese bietet der Anwalt im Erbrecht. Gemeinsam mit dem zukünftigen Erblasser sucht er einen Nachfolger, der persönlich und sachlich geeignet ist, diese Aufgabe zu übernehmen. Der Erblasser und die Erben profitieren von den steuerrechtlichen Aspekten, die beim Übergang eines Unternehmens oder von Vermögenswerten zu bedenken sind. 

Eine Erbteilung kann zu einer strittigen Angelegenheit werden. Ein Anwalt im Erbrecht leistet gute Dienste, wenn der Erblasser ihn als Willensvollstrecker einsetzt.

Unterstützung bei der Testamentserstellung

Möchte ein Erblasser die gesetzliche Erbfolge umgehen, empfiehlt sich die Errichtung eines Testaments. Der Erblasser kann die Erben nach seinen Wünschen einsetzen und ihnen einen bestimmten Erbteil zukommen lassen. Dennoch birgt die Verfassung des letzten Willens einige Fallstricke, die zur Unwirksamkeit führen können.

Die richtige Form des Testaments

Ein Testament muss zwingend handschriftlich verfasst werden. Hat es der Erblasser mithilfe einer Schreibmaschine oder eines Computers verfasst, wird sein letzter Wille nicht anerkannt. Zu den weiteren Formalien gehört, dass das Schriftstück mit einer eigenhändigen Unterschrift versehen wird. 

Eine fehlende Datumsangabe macht das Testament nicht unwirksam. Der Erblasser sollte trotzdem nicht darauf verzichten. Werden mehrere Testamente errichtet, ist immer das letzte gültig. Jedes Testament wird aufgehoben, wenn der Erblasser eine neue letzte Verfügung trifft. Wurden alle Testamente mit dem Datum der Errichtung versehen, macht der Erblasser deutlich, was wirklich sein letzter Wille war, und beugt dadurch Unsicherheiten vor. 

Wird die Testamentserrichtung von einem kompetenten Anwalt begleitet, achtet dieser darauf, dass die formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Anwalt im Erbrecht ist der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Beachtung formaler und inhaltlicher Voraussetzungen geht. 

Der letzte Wille: klare und deutliche Angaben

Auch inhaltlich muss das Testament klar sein. Die Verteilung des Vermögens muss deutlich formuliert werden. Die präzisen Angaben des Erblassers ermöglichen es den Behörden, den Willen des Verfassers eindeutig umzusetzen. Möchte der Erblasser etwa seine Kinder als Erben einsetzen, sollte er diese namentlich erwähnen und detailliert aufführen, welcher Anteil des Nachlasses ihnen zukommen soll. Für alle anderen Erben gilt dasselbe. 

Die zu vererbenden Gegenstände sollten konkret bezeichnet werden. Gehört zu dem Nachlass beispielsweise eine Immobilie, ist zumindest die vollständige Anschrift in dem Testament zu benennen. 

Der Anwalt wird seinem Mandanten empfehlen, einen oder mehrere Ersatzerben zu bestimmen. Diese sind erbberechtigt, wenn der ursprüngliche Erbe vor dem Erbfall verstirbt oder das Erbe ausschlägt.

Wo ist das Testament am sichersten?

Nach Errichtung des Testaments erteilt ein guter Anwalt seinem Mandanten den Rat, das Testament in seinem Büro zu hinterlegen. 

Oft wird der letzte Wille schon Jahre vor dem Erbfall verfasst. Das Testament wird in den eigenen vier Wänden aufbewahrt. Gelangt es in die falschen Hände, besteht die Gefahr, dass der wahre Wille des Erblassers nie bekannt wird. Wird der letzte Wille dagegen beim anwaltlichen Berater aufbewahrt, kann ein Erblasser sicher davon ausgehen, dass das Erbe nach seinen Wünschen verteilt wird. 

Anwaltlicher Rat zu Erbverträgen

Die Aufsetzung eines Erbvertrags ist in bestimmten Fällen eine gute Möglichkeit, Streit unter den Erben von vornherein zu vermeiden. Aber auch hier gibt es viele Einzelheiten zu berücksichtigen, auf die ein Anwalt für Erbrecht immer hinweisen wird.

Was unterscheidet den Erbvertrag vom Testament?

Der Erbvertrag ist eine gegenseitige Vereinbarung. Im Gegensatz zum Testament sind an dem Erbvertrag mindestens zwei Personen beteiligt. Ein Anwalt im Erbrecht macht seine Mandanten darauf aufmerksam, dass in einem Erbvertrag ebenso verfügt werden kann wie in einem Testament. 

  • Abweichend von einer einseitigen letztwilligen Verfügung müssen bei einer Änderung oder einer Auflösung des Erbvertrages alle beteiligten Personen zustimmen.
  • Möchte der Errichter eines Testaments dagegen dieses ändern, braucht er niemanden um Zustimmung zu bitten.

Ein sachkundiger Rechtsbeistand im Erbrecht nimmt die individuelle Situation seiner Mandanten als Grundlage für eine kompetente Beratung. Er informiert die Betroffenen, ob die Errichtung eines Testaments oder der Abschluss eines Erbvertrages die sinnvollere Alternative ist. 

Wer sollte einen Erbvertrag abschliessen?

Anders als beispielsweise in Deutschland kennt das schweizerische Erbrecht kein gemeinschaftlich verfasstes Ehegattentestament. Für Personen, die ihren Ehemann oder ihre Ehefrau begünstigen möchten, empfiehlt sich deshalb der Abschluss eines Erbvertrages.

Ein Konkubinatspartner ist nach Erbrecht in der Schweiz von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen. Stirbt einer der Ehepartner, kann der andere keine Ansprüche gegenüber den gesetzlichen Erben geltend machen. Irrelevant ist es, wie lange das Konkubinatspaar gemeinsam zusammengelebt hat und ob aus der Beziehung Kinder hervorgegangen sind. Der finanzielle Nachteil kann ausgeglichen werden, wenn das Konkubinatspaar rechtzeitig einen Erbvertrag abschliesst.

Der Abschluss eines Erbvertrages kommt ausserdem in Betracht, wenn ein Erblasser davon ausgeht, dass die Verteilung des Vermögens zu Streitereien unter den Erben führt. Mit einem Erbverzichtsvertrag erklärt ein gesetzlicher Erbe, dass er auf seinen Status verzichtet. Für diese Erklärung wird er mit einer angemessenen Summe abgefunden.

Wie wird ein Erbvertrag aufgelöst?

Das Erbrecht in der Schweiz sieht vor, dass ein Erbvertrag nur von allen beteiligten Parteien gemeinsam wieder aufgelöst werden kann. In folgenden Ausnahmefällen kann von dieser Regelung abgewichen werden:

  • Der Erblasser möchte den Begünstigten aus einem triftigen Grund enterben.
  • Die in dem Vertrag getroffenen Vereinbarungen werden nicht eingehalten.

Die Sachkompetenz eines Anwalts zur Regelung der Unternehmensnachfolge

Die Nachfolge des eigenen Unternehmens sollte rechtzeitig geplant werden. Entschliesst sich der Inhaber zu einer frühzeitigen Lösung, kann er ohne Druck und Hektik die Weichen für das Unternehmen stellen. Der Anwalt im Erbrecht steht seinem Mandanten bei dieser Herausforderung zur Seite. Ein fachkundiger Rechtsbeistand weist den Betriebsinhaber darauf hin, dass grundsätzlich drei Alternativen für eine reibungslose Unternehmensnachfolge in Betracht kommen:

  1. Die Firma wird innerhalb des familiären Umfelds weitergegeben.
  2. Ein Nachfolger wir innerhalb des Betriebes aufgebaut.
  3. Das Unternehmen wird an einen externen Interessenten verkauft.

Gehört der eigene Sohn oder die eigene Tochter zu den langjährigen Beschäftigten der Firma, fällt es dem Betriebsinhaber sicher nicht schwer, die Firma an die nächste Generation weiterzugeben. Steuerrechtlich werden Erben in der eigenen Familie deutlich begünstigt. Für sie gilt beinahe überall in der Schweiz die Steuerfreiheit in der Erbschaftsteuer. Von dieser Regelung weichen nur wenige Kantone ab.

Auch eine firmeninterne Lösung kann sich für den Betriebsinhaber vorteilhaft gestalten. Wird die Unternehmensnachfolge frühzeitig geplant, kann der Wunschkandidat aufgebaut und durch Fortbildungen auf seine zukünftige Aufgabe vorbereitet werden.

Hat ein Betriebsinhaber keine eigenen Kinder und zeichnet sich keine unternehmensinterne Alternative ab, kommt nur ein externer Firmenverkauf in Betracht. Dies stellt den bisherigen Eigentümer vor die grösste Herausforderung. Er muss darauf achten, dass der neue Chef persönlich zu seinem Betrieb passt und genügend Fach- und Führungskompetenz mitbringt, um das Unternehmen im Sinne des bisherigen Unternehmenslenkers weiter zu führen.

Bei seiner schwierigen Entscheidung kann ein Mandant auf die fachkundige Unterstützung eines Anwalts im Erbrecht vertrauen. 

Erbteilung mit Anwalt

Kommen mehrere Personen als Erben desselben Vermögens in Betracht, bilden sie eine Erbengemeinschaft. Möchte der Erblasser eine Immobilie zu gleichen Teilen an seine Kinder weitergeben, können die Geschwister nur gemeinsam entscheiden, wie mit dem Erbe umgegangen wird. Die Erfahrung zeigt, dass es bei der Erbteilung selten zu einvernehmlichen Lösungen kommt.

Ein Beispiel: Der Sohn drängt zum Verkauf der Liegenschaft. Die Tochter möchte das Haus mit ihrer Familie selber bewohnen. Ihr fehlen die finanziellen Mittel, um den Bruder auszuzahlen. Ein Streit lässt sich kaum vermeiden.

Ein unabhängiger Anwalt im Erbrecht tritt in dieser Situation als erfahrener Vermittler auf und bietet Lösungen zur subjektiv-partiellen oder objektiv-partiellen Erbteilung an, die beide Seite als zufriedenstellend beurteilen können:

  • Bei der subjektiv-partiellen Erbteilung scheiden einzelne Erben aus der Erbengemeinschaft aus.
  • Bei der objektiv-partiellen Erbteilung wird der Nachlass unter den Erben aufgeteilt.

Der Anwalt im Erbrecht als Willensvollstrecker

Werden in dem Testament eines Erblassers mehrere Erben genannt, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Der Nachlass steht in dem Gesamteigentum aller Erben. Die Entscheidung über das Vermögen kann nur von allen Erben gemeinschaftlich gefällt werden. Je nachdem, wie nahe sich die einzelnen Erben stehen, fällt es ihnen schwer, eine einheitliche Regelung zu treffen. 

Ein Erblasser kann dieses Szenario verhindern, wenn er einen professionellen Anwalt im Erbrecht als Willensvollstrecker einsetzt. Empfehlenswert ist dies, wenn folgende Sachverhalte gegeben sind:

  • Der Erblasser möchte die Nachfolge für sein Unternehmen planen, oder er hat ein grosses Vermögen zu vererben.
  • In seinem Testament erteilt der Erblasser Vermächtnisse und weitreichende Anordnungen.
  • Ausser umfangreichem Immobilienbesitz beinhaltet der letzte Wille des Erblassers Vermögenswerte, die sich im Ausland befinden.
  • Die Erben sind sich uneins oder schwer zu erreichen, weil sie sich zum Teil im Ausland aufhalten.

Ein Erblasser kann den Willensvollstrecker beauftragen, den Nachlass nach seinem Tod in seinem Sinne zu regeln. Der Anwalt verwaltet die Erbschaft, bezahlt die letzten Verbindlichkeiten und richtet die angeordneten Vermächtnisse aus. Im Anschluss teilt er – mit Rücksicht auf die vom Erblasser getroffenen Entscheidungen und den gesetzlichen Grundlagen zum Erbrecht – den verbliebenen Nachlass unter den Erben auf. 

Für den Einsatz eines Willensvollstreckers bedarf es keines separaten Auftrages. Der Erblasser verkündet seine Entscheidung in seinem Testament. Er ist nicht an seine Anordnung gebunden. Möchte der Erblasser zu einem späteren Zeitpunkt von einem Auftrag zur Willensvollstreckung absehen, kann er seine Entscheidung widerrufen oder zugunsten eines anderen Anwalts im Erbrecht ändern.

  • Die Erben sind nicht berechtigt, einen vom Erblasser gewählten Willensvollstrecker abzulehnen.
  • Sie können ihm gegenüber aber ihren Anspruch auf Auskunft über das Vermögen geltend machen.

Begeht der Willensvollstrecker eine grobe Pflichtverletzung, steht es im Ermessen des Gerichts, ihn abzusetzen. Das Recht zu einer Aufsichtsbeschwerde steht jedem Erben zu. Die Aufsichtsbeschwerde muss bei dem für das Kanton zuständigen Gericht eingereicht werden. Wird ein Willensvollstrecker durch ein Gericht abgesetzt, entscheiden die Erben, ob die Erbengemeinschaft fortgesetzt wird. Dieser Beschluss muss einstimmig erfolgen. 

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